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Alle Beiträge aus dem Monat September 2012

Hühnerjäger & Hühnerjägerin

Veröffentlicht 25. September 2012 von sonjaschiff

Jaja, da denken alle Othello wäre alt und sehr l a n g s a m und schon ein bisserl dement (Herrli nennt ihn liebevoll „Dementius“, weil er oft irgendwie sinnlos wo rumsteht), doch schwupp! belehrt er alle eines Besseren.

Letztes Mal in Ungarn sind wir alle – Herrli,Frauli, Othello und ich – durch unseren Wald gestreift. Das erste Mal. Wollten den Wald kennenlernen.
Am Ende des Waldes war dann ein anderes Grundstück, abgetrennt durch einen Zaun und dort stand ein alter Mann und rund um ihn viele, viele grosse Vögel. Heute weiss ich, man nennt sie Hühner.
Der Mann lächelte freundlich, öffnete das Gartentor und sagte: Jo estet kivanok. Das heisst so viel wie „Guten Abend“, Frauli und Herrli nickten und Herrli lief zu ihm hin, sagte er solle bitte das Gartentor schliessen, was er scheinbar auch tat. Dann wurde geplaudert. Blablablablaaaaaa und plötzlich….ein Höllenlärm, Geflatter, Gequietsche, Gegacker! Der alte demente Othello hatte still und heimlich das nur angelehnte Gartentor geöffnet. Was für ein Spaß! So geht also Hühnerjagen! Juuhuuuu! Nix wie hin und von Othello lernen! Hinter den gackernden Hühner her laufen, sie in die Ecke treiben, nach ihnen schnappen. Verdammt! Die lassen ihre Federn fallen. So ein Mist. Dann eben das nächste Huhn. Verflixt. Wieder nix. Herrli schrie, Frauli hetzte hinter uns her, erwischte mich fast, aber nur fast. Und weiter gings. Herrli fiel fast in den Gatsch. Und der alte Mann griff nach Othello. Nicht erwischt, hehehehe! Juuupiiduuuuuu!
Irgendwann war die Jagd zu Ende. Frauli hatte mich erwischt und hielt mich fest und dem Othello gings auch nicht besser. Was wurden wir da angebellt und geschimpft! Othello zog den Schwanz ein, liess mit herzzerreissender Miene die Ohren hängen, zwinkerte mir heimlich aber zu. Ach so geht das! Also tat ich ihm nach. Rasch die Ohren ängstlich nach hinten gelegt, den Schwanz zwischen die Beine gezogen und schon waren alle beruhigt.

Die Hühner haben übrigens alle überlebt. Liefen nur nach der Jagd alle halbnackt rum. Sah lustig aus! Herrli und Frauli entschuldigten sich hundert Mal bei dem alten Mann, aber der sagte nur: Kein Problem, nix passiert.

Seit diesem Tag weiss ich: 1) Ungarn ist voll mit Hühnern. 2) Meine Chance wird noch kommen. 3) Othello sollte man nicht unterschätzen!

Hey, old boy, show me more about life!
Übrigens: Von unserer Hühnerjagd gibts leider keine Photos. Herrli war anderweitig beschäftigt. 😀

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Vorzugsschülerin

Veröffentlicht 21. September 2012 von sonjaschiff

Wie es sich für eine richtige Prinzessin gehört, gehe ich nicht in die allgemeine Schule. Nein, ich hab Privatunterricht.

Okay, okay, vielleicht ist es auch nur so, daß Frauli einfach keine Zeit hat jeden Donnerstag regelmäßig in den Junghundekurs mit mir zu gehen. Egal. Heute hatte ich auf alle Fälle den ersten Privatunterricht. Einzelstunde. Und weils ja mein erster Unterricht war, haben Frauli, Herrli und Othello mich begleitet. Frauli hatte sogar eine Schulgutzitüte dabei!

Das Unterrichtsfach nennt sich auf alle Fälle „Unterordnung“. Klingt nicht gerade berauschend, oder? UNTERORDNUNG. Wer ordnet sich da wem unter? Frauli mir? Ich dem Frauli? Herrli dem Frauli oder Frauli dem Herrli? Äääähm, wollten wir nicht alle auf gleicher Augenhöhe…??

Aber die Einzelstunde war dann gar nicht so übel und meine Lehrerin Karin Immler ist voll nett. Super Gutzis hat sie in der Tasche!
Am Anfang musste ich zeigen was ich so drauf habe. So eine Art Aufnahmeprüfung war das. Hiiiier, Sitz, Platz – no problem für mich! Kann ich doch schon laaaaaaaaaang. Dann noch Pfote, andere Pfote und Kriechen – fehlerlos absolviert. Aus meiner Sicht eine glatte Eins. Herrli meinte dann auch, ich hätte die Hundelehrerin tief beeindruckt. Er hätte genau gesehen, wie sie ein goldenes Sternderl ins Heftchen geklebt hätte. Echt? Ich hab ein Sternderl bekommen? Juuhuuuu!

Jetzt bin ich natürlich total motiviert. Und ich hoffe Frauli auch! Weil wir müssen bis zur nächsten Stunde voll viel üben. „Links an der Leine gehen ohne ziehen“ etwa und flott „Zickzack über die Wiese laufen“. Frauli muss lernen etwas schneller zu laufen. Naja, die Arme hat ja nur zwei Beine und ist ein bisserl langsam! Aber wird schon werden. Ich brings ihr schon bei.

Bei der nächsten Prüfung will ich auf alle Fälle wieder ein Sternderl haben! Und ich will, daß Herrli mir nach dem Unterricht wieder stolz den Popo tätschelt und zu mir sagt: „Meine Vorzugsschülerin“. Das macht mich sooooooo glücklich!

Tapfere Nutella

Veröffentlicht 9. September 2012 von sonjaschiff

Brrr. Schaut das grausig aus! Das bitte ist meine Operationswunde 4 Tage nach der Kastration.
Arg gell? Etwa 7 cm lang und mit Draht vernäht. Weil mir wurde nicht nur die Eierstöcke raus genommen, sondern auch die Gebärmutter. Die war entzündet und damit eine Gefahr.

Herrli war voll aufgeregt auf der Fahrt zum Tierarzt. Ich konnte seine Sorge förmlich riechen. Da bin ja sogar ich nervös geworden! Hab mich die ganze Autofahrt gefragt, was wohl heute Schreckliches passieren wird. Dann kamen wir beim Tierarzt Dr. Traintinger an und Herrli roch noch mehr nach Angst. „Hey, Herrli, den kenne ich doch schon“ wollte ich tröstend erklären, aber da war ich auch schon eingeschlafen.

Danach war alles wäh. Ich total dusselig und schusselig, konnte nicht mal gehen! Aber- darauf bin ich echt stolz- ich hab nicht in die Wohnung Pipi gemacht. Ich bin bitte 4 Stunden nach dem Aufwachen aus der Narkose persönlich zu Fuß die drei Stockwerke runter gegangen….gaaaanz langsam und vorsichtig…und hab in die Wiese Pipi gemacht. Frauli war hin und weg. Juhuuu!

Tja, und dann hab ich geschlafen und geschlafen und geschlafen. Und am nächsten Tag wollte ich schon spielen und toben. So ein bisserl Kastration macht einer Prinzessin doch nix aus! Durfte ich aber nicht. „Du hast jetzt mal einen Tag Pause“ hat Frauli gemeint. Naja, okay. Dafür darf ich zur Zeit im FrauliHerrli-Bett schlafen 🙂
Ja, und jetzt weiss ich nicht was ich machen soll. Weil, gehts mir zu gut, muss ich wohl wieder aus diesem wunderbaren kuscheligen Bett hinaus. Und gehts mir zu schlecht, darf ich weiter nicht mit anderen Hunden spielen. Pah, immer diese Entscheidungen!

Ich glaube ich entscheide mich für „Mir gehts gut“. Weil, das Frauli krieg ich schon irgendwie rum wegen des Bettes. Muss ich halt hartnäckig sein. Durchsetzungsstark. Schauts mal unten wie verliebt wir sind. Ich meine, vor allem das Frauli. Das mit dem Bett krieg ich sicher hin.

HausundHof-Hund

Veröffentlicht 4. September 2012 von sonjaschiff

Lang nix von mir gehört! 14 lange Tage. Habts mich eh vermisst?

Ich war jetzt 14 Tage im neuen Palast in Ungarn. 70 Meter lang ist der Palast und hinter dem Palast ist 3000 qm Garten. Vorne und hinten ein Tor und in der Mitte ich: Prinzessin Nutella, Ungarns beste Haus- und Hofhüterin.

Was für eine anstrengende Arbeit! Vorne bellen, wenn jemand die Straße entlang geht, eilig ans andere Ende des Grundstücks laufen und hinten bellen, wenn jemand durch den Wald geht und dann wieder nach vorne und nach hinten und nach vorne und nach hinten und nach vorne….! Den ganzen Tag!
Dazwischen meterweise Zaun, hunderte Büsche und Bäume. Muss man alles entlang rennen, bewachen, kontrollieren, umgraben, buddeln, beschnüffeln und die vielen Stöckchen zerbeissen. Und dann noch Frauli beim Obsternten helfen und beim Laub zusammenkehren und und und. Achja, und KATZEN! Stellt euch das mal vor. Im neuen Palast sind KATZEN!

Ich bin total geschafft. Toooootal.

Und morgen passiert auch schon wieder etwas. Morgen fahren wir kastrieren. Sagt Frauli. Ich und Herrli. Frauli hat beschlossen, dass Herrli mich begleiten muss. Weil sie, also das Frauli, nicht immer mit den schlimmen Dingen in Verbindung gebracht werden will.

Ich versteh nur Bahnhof. Niente capisco. Aber sie haben irgendwie ein schlechtes Gewissen. Eindeutig. Immer wenn sie davon reden, werde ich um die Wette gestreichelt und wenn mich nicht alles täuscht, ist in den letzten Tagen die Futterschüssel viel besser gefüllt.

Was immer das also passieren wird morgen. Mir solls recht sein.
Und Herrli wird diese Kastration schon irgendwie überleben.